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18.05.2018, 14:04 Uhr | Klaus Kühlken, Text und Bild Dörte Bernsdorf
"Wenn das Vergessen zur Krankheit wird"

Zu  diesem Thema haben wir unsere  Mitglieder der Senioren-Union, Osterholz-Scharmbeck, Ritterhude und Hambergen zum  15. Mai 2018 eingeladen. Als Referentin hierfür konnten wir ein kompetentes Mitglied der Alzheimer Gesellschaft Lilienthal und Umzu e.V. gewinnen: Frau Dr. Margot Kempff-Synofzik. Im Hotel „Zur Alten Börse“ lauschten 31 aufmerksame Teilnehmer  den sehr interessanten Ausführungen der Referentin.

Frau Dr. Margot Kempff-Synofzik

Das Tabuthema „Demenz“ ist in unserer Gesellschaft angekommen. In jeder Familie oder im Bekanntenkreis können wir von einer Demenzerkrankung berichten. „Demenz“ ist der Oberbegriff, die am häufigsten auftretende Krankheit ist die „Alzheimer“.  Die Ursachen sind noch  unbekannt und vieles ist noch rätselhaft.  Bei einer „normalen“ Vergesslichkeit sollten wir uns noch nicht allzu viele Gedanken machen.  Der vergessene  Name oder der Ort fällt uns später wieder ein, er wurde nur durch andere Themen überdeckt.  Eine Demenz ist weitaus mehr als eine „einfache“  Gedächtnisstörung. 

Die Demenzerkrankungen können eine Vielzahl verschiedener Ursachen haben. Die Gehirngefäße verändern sich, bei der „Alzheimer“ bilden sich Ablagerungen in den Gefäßen. Das Kurzzeitgedächtnis lässt nach und damit einhergehend die Fähigkeit zur täglichen Selbstständigkeit.


 

Da die Krankheit schleichend und nahezu unmerklich beginnt, ist oft eine frühzeitige Diagnose nicht erfolgt und somit auch nicht eine rechtzeitige Behandlung. Frau Dr. Kempff-Synofzik legte in ihren sehr interessanten Ausführungen sehr viel  Wert auf die Betreuung der Erkrankten. Verwirrte ältere Menschen sind erwachsene Menschen und immer mit Respekt und Würde zu behandeln. Der Partner des Erkrankten versucht im frühen Stadium  die Auswirkungen zu kompensieren. Dann geht bald allein nichts mehr. Er verlernt alle gelernten Fähigkeiten in umgekehrter Reihenfolge – zurück bis zum Kind. Die Ansprache soll immer kurz, sachlich und gefühlvoll sein, und immer von vorne mit Gesten und bildhaften Zeichen zum besseren Verstehen. Nie „Quizfragen“ stellen, wie „Wer war denn da eben?“, „Was hast du vorhin gegessen?“. Besser ist „Hier ist dein Sohn Walter“! „Heute am Sonntag wollen wir einen Waldspaziergang machen“! 

Wir haben hier sehr deutlich erfahren, wie unterschiedlich und vielschichtig dieses Thema ist. Die Referentin konnte uns in der zur Verfügung stehenden Zeit vermitteln, dass medizinische und besonders auch pflegerische Hilfe im fortgeschrittenen Stadium nötig ist.  Die Referentin hat noch besonders auf die im November beginnenden Seminare für Angehörige, Schulungen für ehrenamtliche Helfer, Vorträge und Veranstaltungen in Sachen Demenz hingewiesen.

Veranstalter ist dafür die Alzheimer Gesellschaft Lilienthal (www.alzheimer-gesellschaft-lilienthal.de)

Die sehr nachdenklichen Teilnehmer haben nach dem Gehörten das sehr gute Essen: Spargel satt, Schinken, Schnitzel, Buttersoße, Soße Hollandaise und Kartoffeln  genossen. Die Küche unseres Restaurants hat uns Senioren mit einem köstlichen Essen verwöhnt. Gut informiert und gesättigt konnten wir den Heimweg  antreten.
Dörte Bernsdorf