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22.08.2018, 10:45 Uhr | Klaus Kühlken, Text Franz Volkmer, Bilder Eugen Klebs
Dresden ist immer eine Reise wert
Die Sommerreise der Osterholzer Senioren-Union führte nach Dresden, zu den umliegenden Städten Bautzen und Görlitz sowie den Schlössern Pillnitz und Moritzburg und der Festung Königstein. Sie fand bei herrlichem Wetter vom 12. – 17. August 2018 statt. Auf der Fahrt nach Dresden wurde ein Halt in Leipzig eingelegt, der zeitlich so bemessen war, dass die drei wichtigsten Kirchen in der Innenstadt besichtigt werden
Reisegruppe vor dem Schloß Moritzburg

konnten und zwar die Thomas-Kirche, wo Johann Sebastian Bach begraben ist; die Nicolai-Kirche als Ausgangspunkt der friedlichen Revolution 1989, welche den Zusammenbruch der DDR zur Folge hatte und letztlich die seit zwei Jahren fertiggestellte, mächtige, moderne Propsteikirche St. Trinitatis, der größte katholische Sakralbau in Deutschland nach Ende des 2. Weltkrieges.

 

Am nächsten Tag stand Dresden auf dem Programm. In einer 3-stündigen Stadtführung wurden die berühmten Sehenswürdigkeiten gezeigt, die der hochbegabte, mit großer Körperkraft ausgestattete und prunkliebende Kurfürst von Sachsen und ab 1697 auch König von Polen, Friedrich August II (der Starke) schuf und bis heute, nach Wiederaufbau der Frauenkirche, den einzigartigen baulichen Charakter dieser Stadt ausmachen. Um König von Polen werden zu können, musste August der Starke zum katholischen Glauben konvertieren und eine entsprechende Hofkirche bauen, die heute als Bischofskirche des Bistums Dresden/Meißen fungiert. Im Anschluss an die Stadtführung fand eine Orgelandacht in der Frauenkirche statt.

 

Die Brühlsche Terrasse wird auch als "Balkon Europas" bezeichnet - mit einer schönen Aussicht über die Elbe. Direkt unter ihr liegt hinter mächtigen Mauern die Festung Dresden.

Da die Wünsche und Interessen zu verschieden sind, hatten die Teilnehmer anderthalb Tage Zeit, um in Ruhe die Galerien, Museen und Ausstellungen aufzusuchen, die sie schon immer einmal sehen wollten, aber nie die Zeit dazu hatten. Einen herausragenden Platz in der Museenlandschaft Dresdens nimmt das im Herbst 2011 neueröffnete Militärhistorische Museum der Bundeswehr ein, welches zu den bedeutendsten Geschichtsmuseen Europas zählt. Im Zentrum der Ausstellung stehen der Mensch und die Frage nach den Ursachen und Folgen von Krieg und Gewalt.

 

Die Festung Königstein ist eine der größten Bergfestungen in Europa und liegt inmitten des Elbsandsteingebirges auf dem gleichnamigen Telberg oberhalb des Ortes Königstein

Auf einem der imposanten Tafelberge des Elbsandsteingebirges befindet sich die Festung Königstein, die eine kleine Stadt für sich ist mit einer wechselvollen Geschichte. Die älteste schriftliche Erwähnung als mittelalterliche Burg datiert von 1233. Es erfolgte dann 1589 auf Befehl des Kurfürsten Christian I der Ausbau zur Landesfestung und Zufluchtort samt Staatsschatz und Kunstschätzen in unruhigen Zeiten. Die Wasserversorgung wurde durch einen 152 Meter tiefen Brunnen sichergestellt. Von 1591 – 1922 war der Königstein unter anderem Staatsgefängnis und als „Sächsische Bastille“ bekannt. In den Kriegsjahren des 19. Und 20. Jahrhunderts fungierte er als Kriegsgefangenenlager. Auch unbequeme Jugendliche wurden dort von 1949 – 1955 in einem Jugendwerkhof erzogen, ausgebildet und auf Linie gebracht. Der Ausblick vom Königstein in das Elbtal und auf die Bastei ist von atemberaubender Schönheit.

   

Das Schloss Pillnitz aus dem 18. Jahrhundert liegt an der Elbe in dem ehemaligen Dorf Pillnitz, das heute als Stadtteil zu Dresden gehört

Als Kontrastprogramm zur Festung Königstein diente dann der Besuch von Schloss und Park Pillnitz, die Sommerresidenz der sächsischen Könige. Die einzigartige Schloss- und Parkanlage an der Elbe gilt als perfektes Beispiel für den chinoisen Stil des Barocks in Europa. Das Wasserpalais mit seiner mächtigen Freitreppe zur Elbe, das Neue Palais und das Bergpalais bilden ein architektonisch einmaliges Ensemble, das einen prächtigen Lustgarten umschließt. Im weitläufigen Schlosspark befinden sich zahlreiche botanische Besonderheiten. Die bekannteste ist die über 250 Jahre alte Kamelie, der in den kalten Monaten auf Schienen ein Glaspavillon mit einem Gewicht von 53 Tonnen übergestülpt wird, um die optimale Temperatur und Luftfeuchtigkeit zu gewährleisten.

 

Ein Juwel sächsischer Barockarchitektur inmitten einer malerischen Landschaft ist das Schloss Moritzburg. August der Starke ließ es zwischen 1723 und 1733 vom Renaissance-Vorgängerbau zum repräsentativen Jagd- und Lustschloss umgestalten. Beeindruckend ist die riesige Jagdtrophäensammlung, darunter das stärkste Rothirschgeweih der Welt und der legendäre „66-Ender“.

 

Der Dresdner Zwinger ist eines der bekanntesten Barockbauwerke Deutschlands

Bautzen und Görlitz waren im Mittelalter große, bedeutende Städte, da sich hier zwei wichtige Handelswege kreuzten. Der eine führte in West-Ost-Richtung von Pamplona in Spanien nach Kiew und der andere in Nord-Süd-Richtung von der Ostsee nach Wien und in den Orient. Bautzen ist eine mittelalterliche, prächtig herausgeputzte, zweisprachige Stadt mit 8 Museen, 17 Türmen, 20 Senfsorten und über 1000 Baudenkmäler. Ein Kuriosum ist der seit fast 500 Jahren geteilte Dom. In der einen Hälfte werden, zeitlich versetzt, evangelische und in der anderen Hälfte katholische Gottesdienste gehalten. Es ist ein schönes Beispiel von Toleranz und Pragmatismus.

 

Rathausturm in Görlitz

Die Europastadt Görlitz-Zgorzelec ist eine Stadt mit zwei Nationen und einem geschlossenen mittelalterlichen Stadtkern, umschlossen von ausgedehnten Gründerzeit- und Jugendstilquartieren. Mit 4000 unter Denkmalschutz stehenden Gebäuden in Spätgotik, Barock, Renaissance, Jugendstil und Gründerzeit ist Görlitz eine wahre Perle der Architektur. Dies hat auch die Filmwirtschaft erkannt und dort zahlreiche Filme gedreht, wie z.B. „Der Turm“, „Der Vorleser“, „The Monuments Men“, „The Grand Budapest Hotel“ und „Inglourious Bastards“.